Lauter Lyrik

Es ist ein Ausweis besonderer Güte, wenn einer Sache ein dichterisches Wort beigegeben wird. Auch manche Häuser tragen ein solches wie ein Motto, und in Hildesheim kann man manche literarische Spuren entdecken – mal Hausgroß, mal eher klein.

Wilhelm Raabes „Die Kinder von Finkenrode“ wurde dieser Spruch entnommen. Ob hier Ecke Brehmestraße/Alfelder Straße) ein Dichter wohnte?

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Die ganze Hauwand ist gerade groß genug für Hermann Hesses bekannten Sinnspruch. Immerhin beherbergt das Haus auch das LitteraNova in der Wallstraße.

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Dem Orte angemessen – Stadttheater – ist ein Wort von Friedrich Schiller aus seinem Gedicht „Die Künstler“:

Der literarisch bedeutsamste Text steht seit kurzem auf dem Andreasplatz: der Johannesprolog, also der hymnische Beginn des Johannesevangeliums: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“

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Biblischen Ursprungs sind auch manche Hausinschriften; der Segensspruch über diesem Haus in der Humboldtstraße entstammt dem 127. Psalm. Allerdings ist es nur eine Kurzfassung der bekannten Umdichtung: „Wo Gott zum Haus nicht gibt sein Gunst, da arbeit’t jedermann umsunst.“

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Nicht wirklich biblisch aber sehr fromm ist der Spruch, der sich über einem Haus in der Straße Gelber Stern findet:

„Gott, lass mich zufrieden sein mit dem, was du mir giebest, / du kannst leicht mehr verleihn, wenn du es nur beliebest. // Gieb mir mein Lebenlang mein täglich ehrlich Brod, / und bleib im Sterben mein und der meinen Gott.“

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Und noch ein Haus-Segensspruch – in eigentümlicher Zusammenstellung mit einer barbusigen Frau (Sprengerstraße) …

Gottbeschütze

 

Über einer Seitentür der früheren Ratsapotheke findet sich ein Spruch mit dem Hinweis, dass sich hier einst die Oldermänner trafen und die Ratsapotheke zugleich auch eine Weinschänke war: In heutiges Deutsch übertragen:

„Willst du Arznei oder süßen Wein, so geh (dahin), wo die zu finden sind. Zwei andere Türen dir offen stehn, zu Rat hier geht der Oldermann.“

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Bei soviel Lyrik dar der Hinweis auf den deutschen Dichterfürsten nicht fehlen – er fand sich, wenn auch ohne Zitat, einmal in der Kesslerstraße …

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